Zwei Promotionsstellen im Connected Mobility Living Lab

Am Lehrstuhl Connected Mobility (Prof. Dr.-Ing. Jörg Ott) der Fakultät für Informatik der TU München sind voraussichtlich ab September 2015 zwei Doktorandenstellen TV-L 13 (100%) im nationalen Projekt "Connected Mobility Living Lab" zu besetzen. Das Projekt wird durch ein Konsortium von Lehrstühlen der Informatik und der regionalen Industrie vertreten. Die Zielsetzung des Projektes ist die Entwicklung einer Plattform für Anbieter und Nutzer rund um Mobilitätsdienste. Sie soll die Anbieter von Mobilitätsdiensten und -anwendungen, Anbieter von Daten zur Unterstützung von Mobilitätsdiensten sowie Nutzer flexibel zusammenführen können, sowohl auf technischer als auch auf organisatorischer Ebene.

Die folgenden beiden Aufgabenbereiche fallen in die Verantwortung des Lehrstuhls:

Privacy-Preserving Proximity Services

Proximity Services sind eine Form von Diensten, die nicht nur auf Basis des Aufenthaltsortes eines Nutzers erbracht werden (wie Location-based Services, LBS), sondern auch die relative Entfernung zwischen zwei oder mehr Nutzern oder zwischen Nutzer und einem Objekt. Es kann sich also um LBS mit relativen Bezugssystem handeln. Ziel dieser Arbeit ist es, eine technische Plattform für Proximity Services zu schaffen und basierend auf dieser eine Auswahl von Diensten zu realisieren. Die Plattform wird zentrale (etwa andere CML-Dienste) wie auch dezentrale Mechanismen (Gerät-zu-Gerät, lokale Infrastruktur) zur Erkennung von räumlicher Nähe bereitstellen. Eine besondere Herausforderung ist es, den Informationsaustausch und die Speicherung von persönlichen Daten zu minimieren und die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Beispielanwendungen sind etwa das Zusammenbleiben von z.B. Reisegruppen unterwegs zu unterstützen oder den Austausch von z.B. Fotos zwischen Personen, die sich am gleichen Ort aufhalten.

Sensing on Demand

Mobile Geräte (Fahrzeuge, Mobiltelefone) sind mit Sensoren ausgestattet, die verschiedene Parameter erfassen (etwa Position, Bewegung usw.). Diese Sensoren liefern potentiell eine Vielzahl von Informationen, die sich aufgrund des Datenvolumens nicht laufend in die Infrastruktur übertragen lassen. Zielsetzung ist es hier, die zur Verfügung stehenden Geräte zu bei Bedarf für die Erfassung frei bestimmbarer Parameter zu instrumentalisieren, durch Sicherheitspolitiken explizit begrenzbar. Hierzu soll eine abgeschlossene Umgebung ("Sandbox") auf den Geräten bereitgestellt werden sowie eine Reihe von Bibliotheken, die einerseits den Zugriff auf Sensoren und lokal gespeicherte Daten ermöglichen, andererseits auch vordefinierte Analysefunktionen anbieten und die Sammlung der Ergebnisse automatisieren. Nutzer können dann einmalig oder wiederkehrend Aufträge an die Plattform stellen und spezifizieren, auf welchen Geräten diese zu welcher Zeit ausgeführt werden und wie der erhobenen Daten aggregiert werden. 

In beiden Teilprojekten erwarten wir -- basierend auf einer umfassenden Betrachtung und Bewertung des Standes der Technik -- die Konzipierung der jeweiligen Dienste, deren qualitative und quantitative Bewertung durch analytische Methoden wie auch durch umfassenden Simulationen sowie deren Umsetzung als Prototypen. Letzteres schließt die Realisierung in mobilen Systemen (Apps für Android oder iOS bzw. eingebettete Fahrzeugsysteme) sowie, soweit erforderlich, entsprechende Backends und Schnittstellen zu Drittsystemen ein.

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Master oder Diplom), vorzugsweise in Informatik oder ELektrotechnik mit einem Schwerpunkt auf praktischen Arbeiten. Sehr gute Deutschkenntnisse sind in diesem national geförderten Projekt erwünscht. Die TUM fordert Frauen nachdrücklich auf sich zu bewerben. Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen / chronischer Erkrankung werden im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen bei der Stellenbesetzung bevorzugt behandelt. 

Weitere Informationen:

Jörg Ott <ott@in.tum.de>
(bis der Webserver an der TUM fertig ist)