Creative SCRUM:
Kreativitätsunterstützung im agilen
Softwareentwicklungsverfahren SCRUM

 

Kreativität in der traditionellen Softwareentwicklung

Nur äußerst selten werden die Worte Kreativität und Softwareentwicklung in einem Atemzug genannt. Jahrzehntelang behauptete sich eine “ingenieursmäßige” Perspektive auf die Softwareentwicklung, getreu dem Motto: eine Software zu programmieren ist wie ein Haus bauen. Zunächst müssen exakte Pläne vorliegen, die dann von den Bauarbeiten “implementiert” werden und am Ende steht das Traumgebäude in seiner vollen Pracht vor dem stolzen Eigner. Eine kreative Ausgestaltung durch die Bauarbeiter, die womöglich nicht dem geplanten Vorgehen entsprechen, ist in diesem Model ungewünscht. Die Praxis hat nun aber gezeigt, dass die Entwicklung (nicht-trivialer) Softwaresysteme gemäß dem zugrunde liegenden, streng sequentiellen “Wasserfallmodell” allzu häufig scheitert. Nicht zuletzt diese negativen Erfahrungen führten schließlich zur Formulierung des “Agilen Manifests”, hinter dem sich nichts geringeres als ein Paradigmenwechsel verbirgt: Softwareentwicklung wird hier als empirischer, dynamischer Prozess verstanden, der hochgradig von den beteiligten Individuen geprägt wird.

Agile Softwareentwicklung birgt Freiraum für Kreativität

In SCRUM zeigt sich die Fokussierung auf die Individuen in der Betonung der (gleichberechtigten) Teamarbeit. Auch die “Schutzfunktion” des SCRUM Masters für sein Team, das Führen eines Impediment-Logs, das Daily-Scrum-Meeting und die fest eingeplanten Reviewphasen sind Facetten, die auf die Wertschätzung der Teammitglieder sowie die Schaffung von Freiräumen für diese abzielt. Genau diese Freiräume bietet nun auch eine optimale Ausgangsbasis für Kreativität und Innovation, die durch zu detailverliebte Projektpläne und Arbeitsteilungsprozesse ansonsten wenig Chancen haben.

Forschungsfragen

Dieser Grundannahme folgend ergeben sich zahlreiche (bisher ungeklärte) Forschungsfragen, z.B.

  • An welchen Stellen im SCRUM-Prozess kann die Kreativität der Entwickler effektiv unterstützt werden?
  • Welche Formen der Computerunterstützung (z.B. Kreativitätstechniken) sind geeignet?
  • Wie können die Kreativitätsunterstützungsmaßnahmen in den Workflow (z.B. in die IDE) integriert werden?
  • Wie wirken sich Kreativitätsunterstützungsmaßnahmen letztendlich auf die Software aus?
  • Wie wirken sich Kreativitätsunterstützungsmaßnahmen auf die Entwickler aus?

Studienarbeiten

Unser Lehrstuhl bietet interessierten Studenten gerne Studienarbeiten (Bachelor-/ Master-/ oder Diplomarbeiten) in diesem Themenfeld an. Die enge Zusammenarbeit mit der Interface AG bietet die Gelegenheit, die theoretischen Überlegungen in der Praxis empirisch zu validieren. Bei Interesse oder sonstigen Fragen kontaktieren Sie bitte Florian Forster (forster@in.tum.de).

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